Zitat des Monats

„Nach dem Tod [meiner Eltern] war ich lange ein verwirrtes erwachsenes Waisenkind, bis mit dem Älterwerden die Panik und der Kummer Platz machten für die blühenden Erinnerungen. Ich brauchte sie nur zu pflücken. Seit ich immer besser begreife, dass Qualen nicht verschwinden, wenn man vor ihnen wegläuft. Die Qualen gehören dazu. Ich kann jetzt an … ohne Schmerzen denken, wann ich will. Alles bis in das kleinste Detail wiederbeleben, mithilfe des Duftes von Flieder, Narzissen und Sternkirschen, Bohnerwachs, des Rauchs einer Zigarette, einem Fleck auf der Tapete, einem Schluck Genever … Ich kann über Lieder, Bilder, Bücher, Gemälde und Geschichten der Vergangenheit Leben einflößen.
Es ist ja meine Vergangenheit.“

(Aus: Hermann van Veen: „Solange es leicht ist. Geschichten übers Älterwerden“)

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