Zitat des Monats

„ERZÄHLEN. Ulrich konnte erzählen wie niemand sonst. Wenn er in Fahrt geriet, überschlugen sich die Bilder, ich verstand oft nicht einmal, worum es in seinen Geschichten ging, aber die Farben, die Worte, den Witz, bis heute habe ich davon Klänge im Ohr, Unzusammenhängendes, und wenn ich nachts nicht schlafen kann, rauscht Ulrichs Stimme durch mein Ohr mit Satzfetzen …

…und dann brachte Frau Petro diese Zweihundertfünfzig-Mark-Pute zu Ofen und hereingetragen wurde sie von zwei kleinen Nubiern, abgedeckt mit Aluminiumpapieren, weißt du. Und sie hatte ein Messer, so scharf, wenn man es nur ansah, hatte man sich schon geschnitten. [...] Und weißt Du, die amerikanische Post hat gesagt, wenn nach dem Atomkrieg noch irgendwas da ist, Post oder Adressen, dann liefern wir auch aus. […]

Ich habe auf diese Frau so lange gewartet, aber gelohnt hat es sich nicht, aber manchmal ist es draußen einfach zu dunkel für einen allein. Meine Seele ist irgendwie bei ihr hängengeblieben, und da ziept es jetzt immer so. Weißt du, sie hatte diese Haare, durch die man barfuß laufen möchte …“

(Aus: Elke Heidenreich „Alles kein Zufall“)

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